Der Gralsritter

„Der Gralsritter“ ist der Blog des ORDO MILITUM TEMPLI SANCTI GRAIL (Tempelritterorden vom heiligen Gral)!

In unserem Blog wollen wir historische Fakten, aber auch spirituelle Themen sowie kritische Themenbereiche rund um den Tempelritterorden, unseren urchristlichen Glauben, wie auch dem gesellschaftlichen und kulturellem Lebensumfeld in dem sich die Menschheit bewegt ansprechen und hinterfragen.

Copyright: Jede Weitergabe ist untersagt und dient ausschließlich der persönlichen, vertraulichen Verwendung.

NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS,

SED NOMINI TUO DA GLORIAM

Warum fasst alle Templerdarstellungen falsch sind?

von Harald von Ibelin

Der Tempelritterorden fasziniert trotz der langen Zeit seit seiner Auflösung Menschen immer noch. Viel wurde seit dem Untergang über die Templer berichtet, noch mehr wurde hineininterpretiert und dadurch entstanden Mythen und Legenden die mit den alten Templern nichts gemein haben. Halbwissen gepaart mit Unwissen lenkt die Menschen ab vom tatsächlichen Tempelritterorden. Los geht das Ganze, wenn wir allein die zahlreichen Darstellungen der Tempelritter betrachten. Hiervon ist ein Großteil einfach nur grundlegend falsch.

Wie sahen die Templer nun tatsächlich aus?

Es gibt drei Möglichkeiten um unsere Betrachtung der Tempelritter anzugehen.


1. Historische Quellen zur Ausrüstung
2. Zeitgenössische Darstellungen von Tempelrittern
3. Hilfsbrücke über die Bekleidung der Zeitgenossen während der Ordensexistenz


Die Tempelritter waren ein Teil der hochmittelalterlichen Kultur, daher trugen sie die Bekleidung des 12. und 13. Jahrhunderts, bei der militärischen Ausrüstung veränderte sich in den zwei Jahrhunderten etliches und daher sind die Templerdarstellungen aus historischen Quellen sehr verschieden. Betrachtet man die Ausrüstung der Templer so gab es unterschiedliche Aussagen über das Aussehen, zum einen bei der Behelmung die in den einzelnen Zeiträumen höchst unterschiedlich ausfiel, ebenso bei der Bewaffnung. Und dies wiederum in der weiteren Betrachtung ob Friedenszeiten vorherrschten oder die Krieger im Feld standen.


Wie sah der Templer in Friedenszeiten aus?


In den Ordensregeln wurden viele Informationen festgehalten, entscheidende dabei war das Bekleidung die Fremdwahrnehmung bestimmte und somit einen wichtigen Punkt für das Überleben des Ordens darstellte. Die Wahrnehmung war von großer Bedeutung um dadurch Spenden, Ausrüstung und vor allem Rekruten zu erhalten.

Ebenso war die Bekleidung herausragend aus hierarchischer sowie theologischer Sicht. Zum einen gab der Mantel und die Farbe an wer Ritter und wer dienender Bruder war. Zum anderen war der Mantel eine sehr wichtige Angelegenheit, der Entzug des Mantels war eine schwere Strafe für den Templer und stellte für ihn den Verlust seiner Ehre und seines Standes dar.


Wie sah z. B. ein Ritterbruder in Frankreich weit weg von Kämpfen aus? Ganz einfach sein Erscheinungsbild glich dem eines Mönches. Er trug eine lange braune Tunika aus dunkler Wolle mit einer Kapuze, diese wurde von Rittern wie auch Sergenten getragen. Der Leibrock war ebenfalls aus brauner Wolle und hatte sogenannte Geren, das sind Einschnitte und dürfte vor allem für das Reiten leichter nutzbar gewesen sein. Über der Tunika wurde der weiße Habit getragen, umgangssprachlich auch Ordensmantel genannt.


Dieser war nur den Rittern vorbehalten und hatte auf der Brust das typische Rote Kreuz des Templerordens. Bei Sergenten war der Mantel braun oder schwarz mit dem roten Templerkreuz. 1147 wurde das Kreuz erst für die Templer zugelassen durch päpstlichen Beschluss.


Das weiß des Mantels steht für die Reinheit und das rote Kreuz soll das Blut Christi symbolisieren und dadurch aufzeigen, dass die Templer dem Märtyrertod Christi folgen wollten. Am Mantel durfte keine Veränderungen vorgenommen werden alles sollte so einfach wie möglich sein. Jedem Ritter standen 2 Mäntel zur Verfügung.


Wann wurde der Mantel getragen? Nur an besonderen Tagen wie Gebeten oder Ordenskapiteln. Im Winter wurden Wintermäntel ausgeben die mit Schafshaut bezogen und imprägniert waren. Die Kappa stellte das tägliche Standardbekleidungsstück für den Templer darstellte. Diese war ein Rundmantel und für viele Tätigkeiten besser geeignet und zugleich auch ein besserer Wetterschutz. Die Kappa hatte das Kreuz auf der linken Brust und auf dem Rücken.

Alle Templer trugen zu Friedenszeiten eine Mütze aus Stoff oder Filz. Unter der Mütze wurde in der Regel auch noch eine Bundhaube getragen, dass entsprach der Mode der damaligen Zeit.


Ebenfalls schrieb die Ordensregel vor, dass Templer kurz geschorenes Haupthaar zu tragen hatten mit einem Bart. Der Drapier sorgte dafür dass das Haar gleichmäßig und kurz gehalten wurde und die Bärte und Schnäuzer ordentlich gepflegt wurden.


Und weiter gab es die Regel, dass weder Haar noch Habit zu lang getragen werden sollten. Die Idee dahinter war sich von der damaligen Mode abzugrenzen vom weiblichen Aussehen der Ritter die nicht ihm Orden waren, damit waren Schulterlange Haare gemeint. Die Abgrenzung von der verderbten weltlichen Ritterschaft war wichtig für den Templerorden um als besonders und gottgefällig wahrgenommen zu werden. Wenn ein Templer krank war durfte der Arzt den Kopf scheren und ihn zu Ader lassen, musste hingegen der Bart entfernt werden so musste der Großmeister die Genehmigung erteilen.


Die Unterbekleidung bestand aus zwei wollenen Hemden oder aus Leinen sowie zwei paar Bruchen, dass wären die heutigen Unterhosen, sowie zwei Paar wollene Beinlinge und einen wollenen Gürtel der unter der Tunika getragen werde musste. Dieser war als eine Art Keuschheitsgürtel zu tragen. Über der Tunika wurde ein lederner Gürtel getragen.


Wie sah nun ein Templer im Feld aus? In den Ordensregeln sind dazu etliche Anmerkungen zu finden. Helm, Schild, Lanze, Schwert gehörten zur Standardausrüstung und Zeitgenossen konnten damit relativ viel anfangen, da ihnen klar war was zur damaligen Zeit als Ausrüstung genutzt wurde und wie diese ausgesehen hatte. In der heutigen Zeit ist das schon schwerer nachvollziehbar und wir müssen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten die passendes heraussuchen


Der Tempelritter trug eine Art von Wams das Schläge abpolstern sollte und um Stiche unter dem darüberliegenden Kettenpanzer abfedern. Es gab dabei unterschiedliche Polsterungen von ganz dünn bis ganz dick.

Der Ringpanzer (Obert) der Templer war explizit auf den Körperbau des jeweiligen Ritters angepasst damit dieser so eng wie möglich anlag und eine effektive Handhabung der Waffen und des Schildes gewährleistete.


Spannend ist weiter das der Kettenpanzer bei den dienenden Brüdern die Handgelenke ausschloss, geschützte Hände war nur für Ritter vorgesehen. Sergenten hatten einen anderen Kampfauftrag als ein Ritter und mussten Armbrüste und Bögen bedienen können.


Bei den Ringpanzern war auch eine gepanzerte Kapuze mit dabei und umschloss Hals- und Nackenpartien. Bei Ringpanzern gab es das Ringpanzerhemd und die Ringpanzerhose wobei die Hände mit eingefasst waren. Ringpanzer gab es ab 13. Jahrhundert, davor nur Kettenpanzer.


Helme waren vor 1300w Nasenspangenhelme danach ab 1200 Topfhelme in unterschiedlichster Formgebung. In der Kreuzfahrerbibel sind Topfhelme vom Aachenertyp zu sehen. Die Verwendung des Topfhelms wurde durch die geänderten Bedingungen auf dem Schlachtfeld vorangetrieben. Zusätzlich entwickelte sich auch eine Helm/Hirnhaube die später zu einer eigenen Helmform sich verwandeln sollte. Alternativ gab es einen Eisenhut mit einer stark verbreiteten Krempe, vermutlich wurde dieser Helmtyp von den Sergenten genutzt.


Über dem Kettenpanzer trugen die Templer einen Waffenrock um in der Levante auf dem Schlachtfeld besser erkennbar zu sein. Für Ritterbrüder war er weiß, für Sergenten braun ode schwarz. Anfänglich hatte der Waffenrock noch Ärmel doch Papst Gregor erlaubte den Templern einen gemütlichen Habit der ärmellos war.


Der Templermantel wurde zur Schlacht sicherlich nicht getragen da er den Kämpfer in der Schlacht nur behindert hätte.


Spannend ist auch die Darstellung des Kreuzes im Film Königreich der Himmel, dort wird ein großes Kreuz getragen, doch tatsächlich ist in den Ordensregeln vorgeschrieben, dass das Handteller große Kreuz auf de Brust zu tragen ist also wesentlich kleiner ist als die auch in heutiger Zeit getragenen Kreuze auf den Ordensmänteln der verschiedenen Templergruppierungen. Für die Sergenten ist ebenfalls vorgeschrieben das das Kreuz auf der Brust und auf dem Rücken zu tragen ist.


Das heute getragene große Templerkreuz hat nichts mit dem Kreuz aus der Vergangenheit zu tun, sondern stellt eine moderne Interpretation dar.


Der Schild entsprach in der Regel dem Stand der Zeit und widersprach jedem Schild das heute in irgendwelchen Filmen oder Templervereinigungen getragen wird. Am Übergang zum Hochmittelalter besteht die Schildform noch aus normannischen Schildern die durch ihre Länge die Beinpartien schützen sollten. Auch wurde die Lanze über der Schulter in unterschiedlichen Techiken getragen und erst mit Veränderung der Schildform legte man die Lanze unter der Achsel ein. Dadurch wurde gewährleistet das die Lanzen mit größerer Wucht ins Ziel gebracht wurde.


Im Hochmittelalter wurden die Beinlinge separat geschützt, da durch die geänderte Lanzenführung die Schilde vor der Brust geführt wurden um diese große Wucht abzufedern, auch die Größe der Schilde veränderte sich immer mehr so dass sie letztendlich nur noch hüfthoch waren.


Was nun die Bemalung der Templerschilde anbelangt so sind auch hier die meisten Bemalungen komplett an der Realität vorbei. Wir kennen alle diese Schilde mit roten Kreuzen auf weißem Grund. Tatsächlich entsprach die Schildbemalung dem Banner in der Schlacht. Die Bemalung war im oberen Drittel schwarz und die unteren zwei Drittel waren weiß oder es war teilweise schwarz und weiße Schilder mit einem Tatzenkreuz.

Zurück zum Blog